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Vereinsgeschichte - Geschichte des Heimatvereins Ansbach
Archivbild Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich mit Beginn des Eisenbahnzeitalters der Tourismus und in ganz Deutschland entstanden Fremdenverkehrsvereine und Heimatfestspiele.

Auch in Ansbach kam es zur Gründung der „Dramaturgischen Vereinigung“, die das Theaterstück „Der Wilde Markgraf“ am 10. Juni 1894 uraufführte. Der Heimatdichter Konrad Friedrich schilderte darin das bewegte Leben des Ansbacher Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich. Dies war der Grundstein für die Ansbacher Rokoko-Festspiele. Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden immer wieder „Der Wilde Markgraf“ und andere Theaterstücke in Szene gesetzt und historische Festumzüge durchgeführt. Mit der Zeit erweiterte man die Darbietungen mit Tänzen aus dem Rokoko und inszenierte schließlich 1932 den Besuch König Friedrichs des Großen von 1743 in Ansbach.

Mit der Gründung des Heimatvereins Ansbach e. V. 1949 vollzog sich der Wandel vom Theater- zum Rokokofestspiel. Das Markgräfliche Offizierscorps und die Markgrafen- und Rokokotanzgruppe erwecken seitdem das Geschehen am Fürstenhof des 18. Jahrhunderts immer wieder zu neuem Leben.

Der Kostüm- und Perückenfundus des Vereines wuchs in den letzten Jahren ständig an. Teilweise werden aber immer noch Kostüme aus der Zeit der „Dramaturgischen Vereinigung“ getragen. Für Neuanschaffungen dienen Fürstenportraits in fränkischen und preußischen Schlössern als Vorbilder.

Oft greifen auch die Tänzerinnen selbst zu Nadel und Faden und schneidern kostbare Roben. Allerdings ist es heute nicht einfach, das geeignete Material zu beschaffen. Edle Stoffe, zarte Spitzen, prunkvolle Borten oder Perücken lassen sich im 21. Jahrhundert nicht an jeder Ecke kaufen. Dass auch ein gehöriger finanzieller Aufwand hinter der Ausstattung steckt, versteht sich von selbst.

Archivbild Der ansehnliche Fundus des Heimatvereins Ansbach wird benötigt, um wenigstens einen Teil des Ansbacher Hofstaates darstellen zu können. Markgraf Carl Wilhelm Friedrich hatte bis zu 465 Personen in seiner Hofhaltung.

Hofdamen, Kavaliere, Hofmarschall, Pagen, Hofmusiker und Hofzauberer können je nach Anlass in Jagdkostüme, Schäferkostüme oder venezianische Masken eingekleidet werden. Die Haustruppen gehören in jedem Fall zum Erscheinungsbild des Ansbacher Hofes. In den prächtigen Uniformen von Garde du Corps, Infanterie, Jäger, Dragoner und Husaren und mit exaktem Exerzieren und Paradieren zeigen sie das militärische Geschehen am Hofe. Selbst die große Passion des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich, die Falknerei und Falkenjagd, wird durch vom Verein eingekleidete Falkner anschaulich dargestellt.

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